Albrecht Pallas, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, zum heute vorgestellten Verfassungsschutzbericht 2025:
„Das rechtsextremistische Personenpotenzial in Sachsen wächst weiter. Das ist höchst gefährlich. Rechtsextreme Akteure versuchen zunehmend, demokratiefeindliche und menschenverachtende Positionen als gesellschaftlich akzeptabel darzustellen und Anschluss weit über die eigene Szene hinaus zu finden. Dieser Entwicklung müssen wir mit einer starken demokratischen Zivilgesellschaft und einem handlungsfähigen Rechtsstaat entschlossen entgegentreten. Demokratiefeindliche Positionen dürfen nicht gesellschaftlich normalisiert werden.“
„Besonders aufmerksam müssen wir auf die neue Generation rechtsextremer Akteure schauen. Junge, digital vernetzte Gruppen treten selbstbewusst auf, suchen gezielt die Öffentlichkeit und versuchen, demokratische Werte infrage zu stellen. Die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus findet heute längst nicht mehr nur auf der Straße statt, sondern vor allem auf Smartphones und in sozialen Netzwerken. Deshalb setzen wir uns als SPD-Fraktion dafür ein, Demokratiebildung, Schulsozialarbeit und Präventionsangebote dauerhaft zu stärken. Wer junge Menschen für die Demokratie gewinnen will, muss ihnen früh Orientierung, Teilhabe und Perspektiven bieten.“
„Mit Sorge betrachte ich auch wachsende antisemitische Tendenzen innerhalb einiger linker und antiimperialistischer Strömungen. Unter dem Anschein, internationale Konflikte zu thematisieren, werden hier israelfeindliche Narrative und antisemitische Denkmuster verbreitet. Antisemitismus darf aber niemals relativiert oder hinter vermeintlicher Kapitalismus- oder Israelkritik versteckt werden. Dem Schutz allen jüdischen Lebens in Sachsen und der Aufklärung über die verschiedenen Erscheinungenformen von Antisemitismus muss deshalb weiterhin besondere Aufmerksamkeit zukommen, gerade vor dem Hintergrund unserer historischen Verantwortung.”
„Die Bedrohung für unsere Demokratie kommt aber längst nicht mehr nur von Extremisten im Inland. Autoritäre Staaten versuchen gezielt, gesellschaftliche Konflikte zu verschärfen, Vertrauen in demokratische Institutionen zu untergraben und politische Debatten zu manipulieren. Deshalb müssen wir unsere digitale Widerstandsfähigkeit stärken und Desinformation entschlossener entgegentreten.“







