Unter dem Titel “Stadtteilverträglicher ÖPNV in Striesen, Gruna und Blasewitz” hat die “Bürgerfraktion” einen Antrag für die nächste Sitzung des Dresdner Stadtrats eingereicht. Darin wird ein sofortiger Planungsstopp für eine perspektivische Weiterführung einer Straßenbahnlinie von Strehlen über Gruna nach Striesen/Blasewitz und eine pauschale Ablehnung von Buslinien auf einer sanierten Augsburger Straße gefordert. 

Dazu erklärt Richard Kaniewski, Vorsitzender der Dresdner SPD:

“Mit Denk- und Planungsverboten löst man keine Verkehrsprobleme in einer wachsenden Stadt. An längeren Autostaus kann niemandem gelegen sein. Aber nichts anderes wird passieren, wenn sich Kräfte wie die Bürgerfraktion jeder Verbesserung des ÖPNVs, aber auch des Radverkehrs verweigern. Die Entscheidung gegen die Radstreifen auf der Albertstraße ist nicht nur für die Stadt finanziell schädlich, sondern war auch verkehrspolitisch unsinnig. Dieser Antrag wäre der nächste Schritt in die falsche Richtung. Im Bereich Augsburger Straße /Tittmannstraße haben derzeit etwa 3.000 Menschen keine ÖPNV-Anbindung in angemessener Entfernung. Dies ist das größte Erschließungsdefizit in ganz Dresden. In unserer Stadt wohnen auch immer mehr ältere Menschen, die auf ein gutes ÖPNV-Angebot in ihrer Nachbarschaft angewiesen sind. Das sollte bei allen berechtigten Diskussionen im Hinterkopf bleiben.”

Unverständlich ist für Kaniewski auch der geforderte Planungsstopp für die langfristige Weiterführung der Uni-Linie von Strehlen Richtung Gruna, Striesen und Blasewitz:

“Wir befinden uns in einem sehr frühen Planungsstadium, in dem Verwaltung und DVB noch nicht einmal eine konkrete Trasse gefunden haben. Diese Offenheit ist auch absolut vernünftig. Für die Dresdner SPD ist klar, dass städtebauliche Aspekte und die Vermeidung von zusätzlichem Verkehr in Wohnvierteln bei der Planung unbedingt beachtet werden müssen. Eine Ablehnung im Eilverfahren dient hingegen nur der persönlichen Profilierung. Wer auf eine erste Lesung im zuständigen Ausschuss und die Beteiligung des ebenso betroffenen Stadtbezirksbeirats Prohlis verzichten möchte, ist an einer ernsthaften inhaltlichen Debatte wohl nicht interessiert. Die anderen Fraktionen im Stadtrat sind gut beraten, sich an diesem politischen Schauspiel nicht zu beteiligen.” 

Hintergrund: In ihrem im Dezember beschlossen Kommunalwahlprogramm hat sich die Dresdner SPD auch zu einer möglichen Weiterführung der Stadtbahn positioniert: 

“Dafür benötigen wir die zügige Umsetzung des Projekts Stadtbahn 2020 mit der neuen Linie von Löbtau nach Strehlen und der Straßenbahnlinie 5 zwischen Johannstadt und Plauen. Wir werden weiterhin die planerischen Voraussetzungen zur stadteilverträglichen Fortführung einer neuen Linie von Strehlen Richtung Striesen/Blasewitz schaffen.”