Tafel an einem Haus in Regensburg (Foto: Peter Kausträter) An den 170. Geburtstag des Gründervaters der deutschen Sozialdemokratie August Bebel erinnert die Dresdner SPD in diesen Tagen. Von 1881 bis 1884 lebte Bebel in der sächsischen Landeshauptstadt, als Abgeordneter vertrat er Dresden im Deutschen Reichstag. Seinen Namen tragen eine August-Bebel-Straße in Strehlen, eine weitere in Cossebaude und eine dritte in Langebrück. Zur Erinnerung an Bebels 170. Geburtstag wird die Dresdner SPD am kommenden Montag an den Straßenschildern der drei Dresdner August-Bebel-Straßen einen "Denkzettel" und Blumen anbringen.
Der gelernte Drechsler wurde am 22. Februar 1840 in Köln geboren. Nach Stationen in Freiburg, München und Wetzlar führte ihn seine Gesellenwanderung im Alter von 20 Jahren nach Sachsen. In Leipzig eröffnete der Handwerker Bebel 1864 eine eigene Werkstatt und wurde zum Stellvertretenden Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) gewählt -- der heutigen SPD.
In der Zeit der Sozialistengesetze wird Bebel 1881 wegen seiner politischen Betätigung aus Leipzig ausgewiesen und kommt nach Dresden. Als Reichstagsabgeordneter vertritt er im damaligen Wahlkreis Dresden 5 (Altstadt) die Interessen der Arbeiterinnen und Arbeiter. Das Parlament nutzt er als Instrument zur Verbesserung der Lage der Arbeiter. Mit der neuen Gewerbeordnung kann er die Kontrollmacht der Arbeitsgeber begrenzen. Und er setzt sich vehement für ein Verbot der Kinderarbeit und die Verbesserung der Situation von Frauen ein.
Auf dem Dresdner Parteitag 1903 spielt Bebel eine entscheidende Rolle für die SPD. Im sogenannten Revisionismusstreit wurde debattiert, ob die Grundausrichtung der Partei revolutionär oder reformerisch sein sollte. Nach vierstündiger Rede von August Bebel votierten die Delegierten für die revolutionäre Linie seines Parteivorstandes. In der politischen Praxis setzte sich dann aber der etwas abgewandelte Bebelsche Grundsatz von der "revolutionären, aber nicht revolutionsmachenden Partei" durch: Die SPD will das herrschende System nicht nur bekämpfen, sondern erfolgreich verändern.