Die Dresdner Stadtverwaltung hat am 5. März die Vorlage für einen Gebietshochwasserschutz zwischen der Marienbrücke und der Molenbrücke veröffentlicht, der Pieschen und die Leipziger Vorstadt zukünftig vor einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Hochwasser schützen soll. Inhalt der Vorlage ist unter anderem eine bevorzugte Trassenvariante und ein Vorschlag zur weiteren Bürgerbeteiligung. Die Vorzugstrasse soll am 6. Juni im Stadtrat beschlossen werden, zuvor beraten die Stadtbezirksbeiräte Neustadt und Pieschen am 1. und 2. April. Verantwortlich für den Bau und die Finanzierung entsprechender Schutzanlagen ist letztendlich aber der Freistaat Sachsen.

Dazu erklärt Stefan Engel, Stadtbezirksbeirat und Vorsitzender der SPD Dresden-Pieschen:

„Ein wirksamer Hochwasserschutz für Pieschen ist schon lange überfällig. Schon im Januar 2015 hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, die Planung eines Gebietsschutzes vorzubereiten. Das Hochwasser im Jahr 2013 hat gezeigt, dass die Wohngebiete nördlich der Leipziger Straße bisher nur mit einem extremen Personal- und Materialeinsatz geschützt werden können. In der Leipziger Vorstadt entstehen in den nächsten Jahren viele Neubauten. Da ist ein wirksamer Hochwasserschutz erst recht unverzichtbar. Der Freistaat Sachsen muss auch hier endlich seiner Verantwortung gerecht werden.  Mir ist wichtig, dass in der weiteren Diskussion aber auch die Interessen der Anlieger berücksichtigt werden. Die geplante Trasse quer durch den Kleingartenverein „An der Fähre“ ist ein schwerwiegender Eingriff, der sehr gut begründet sein muss. Es sollte auch geprüft werden, ob nicht die Nutzung mobiler Elemente an einigen wenigen Stellen städtebaulich sinnvoll ist. Das kann zur Akzeptanz einer solchen Hochwasserschutzmauer beitragen.“

Bestätigt sieht Engel die Entscheidung der rot-rot-grünen Stadtratskooperation, die Bebauung von Grundstücken südlich des Alexander-Puschkin-Platzes zu beschränken:

„Es ist gut, dass SPD, Linke und Grüne Investoreninteressen nicht nachgegeben haben. Eine Bebauung mit gerade mal 50 Metern Abstand zum Ufer hätte der Elbe noch mehr Raum genommen. Mit dem beschlossenen Bebauungsplan lässt sich ein durchgängiger Hochwasserschutz hingegen problemlos realisieren.“