Karin LuttmannDie Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Dresden, Karin Luttmann begrüßt den Kabinettsbeschluss zum lange von der CDU blockierten Lohntransparenzgesetz. Jetzt können alle Beschäftigte in Firmen ab 200 Angestellten Auskunft darüber verlangen, wie viel die anderen in gleichwertigen Positionen verdienen. Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sollen zudem verpflichtet werden, regelmäßig über den Stand der Gleichstellung und der Lohngleichheit zu berichten.

Karin Luttmann, die hauptberuflich sächsische Gleichstellungsbeauftragte weiterbildet, erklärt dazu: „Aufgrund der kleinteiligeren Betriebsstrukturen in Sachsen wird das Gesetz in der vorliegenden Fassung nur begrenzt direkte Wirksamkeit entfalten. Aber es ist ein Signal: Über Geld spricht frau ab jetzt! Das Tabu, über das eigene Gehalt zu sprechen war bisher ein großes Hindernis auf dem Weg zur Lohngerechtigkeit!“

Die Sozialdemokratin fährt fort: „Dieser Schritt steht in einer klar ausgerichteten Reihe von notwendigen Verbesserungen für Frauen im Berufsleben, die Bundesministerin Schwesig in dieser Legislatur beharrlich vorangebracht hat: Angefangen vom Mindestlohn über das ElterngeldPlus, die Familienpflegezeit und die Aufwertung der Pflegeberufe wird die statistische Lohnlücke durch eine ganze Reihe von Maßnahmen Schritt für Schritt geschlossen.“

„Struktureller Diskriminierung muss mit strukturellen Gegenmaßnahmen begegnet werden. Nun ist der Bundestag gefragt, dem Gesetz noch mehr Reichweite zu verleihen und Entgeltdiskriminierung auch strukturell zu verhindern.

Dazu könnten zum Beispiel Unternehmen, die geeignete Prüfinstrumente wie den eg-check*  (www.eg-check.de) systematisch und unter Aufsicht von Betriebsrat oder Gleichstellungsbeauftragter einsetzen, dafür von der Auskunfts- und der Berichtspflicht gegenüber den einzelnen Angestellten befreit werden.“ schließt die Gleichstellungsexpertin ihre Stellungnahme ab.

Hintergrund-Information:

*Der eg-Check prüft Lohnstrukturen auf Diskriminierung nach Kriterien der Rechtsprechung des Arbeits- und Europarechts. Er ist für Unternehmen jeder Größe und auch mit unterschiedlichen Entgeltbestandteile geeignet.