Lasst Solidarität nicht versiegen. Denn solidarisch ist man nicht alleine!

Zum Internationalen Tag der Arbeit am 1. Mai erklärt Albrecht Pallas, Vorsitzender der SPD Dresden:

„Es ist besonders in diesen Zeiten wichtig, auf die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hinzuweisen. Viele Menschen stehen wegen der derzeitigen Situation vor großen finanziellen Herausforderungen. Besonders Menschen mit kleinen Einkommen müssen wir unterstützen. Wir müssen dringend verhindern, dass die Fehler der Finanzkrise von 2009 wiederholt werden. Damals wurde Sachsen von schwarz-gelb kaputt gespart. Es fehlten in der Folge Lehrer und Polizisten, der öffentliche Dienst wurde ausgedünnt und die staatliche Grundversorgung wurde gekürzt. Die Folge war Sozialabbau. Es war eine Krisenbewältigung auf dem Rücken der Leute mit kleinem Einkommen und Menschen mit wenigen Chancen. Wir haben heute und jetzt die Möglichkeit, neue Wege zu gehen und konkrete Verbesserungen für die Menschen zu erreichen. Die Notmaßnahmen während der Corona-Krise zeigen die Möglichkeit, den Sozialstaat neu zu denken“, so Pallas, der für die SPD auch im Sächsischen Landtag sitzt.

„Zu guten Arbeitsbedingungen gehören gute Tarifverträge. Die Menschen in Sachsen arbeiten fast zwei Wochen mehr im Jahr als ihre westdeutschen Kollegen und verdienen dabei brutto 700 Euro weniger. Eine zentrale Ursache dafür ist die bundesweit niedrigste Tarifbindung hierzulande. Es ist Zeit für eine höhere Tarifbindung – mit höheren Löhnen, größerem Schutz und besseren Arbeitsbedingungen durch starke Gewerkschaften.

In diesem Zusammenhang macht Albrecht Pallas auch beim Mindestlohn klar: „Die Steigerung des Mindestlohns hinkt seit der Einführung dem Anspruch hinterher, gute Arbeit so fair zu bezahlen, dass man von dieser Arbeit auch leben kann. Es ist mehr als an der Zeit, mit einer Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro dem Anspruch eines Mindestlohns im Jahr 2020 und den Lebensrealitäten von Arbeitern gerecht zu werden – bis überall gute Tarifverträge gelten!

„Es ist nicht nur Zeit für Anerkennung, sondern vor allem auch für gerechte und bessere Bezahlung, familienverträgliche Arbeitszeiten und mehr Mitspracherechte und Aufstiegschancen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die sogenannte „Systemrelevanz“ in weiten Teilen weiblich ist. Dieser Tag der Arbeit ist vor allem der Tag der Arbeiterinnen – und spätestens jetzt sollte allen bewusst sein, dass schon lange bestehende Defizite in der Bezahlung von Frauen und Männern oder die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die oft fehlende Unterstützung für Alleinerziehende auf die gesamtgesellschaftliche Tagesordnung gehören“, so Pallas weiter.

Zum Punkt Systemrelevanz führt Albrecht Pallas abschließend aus: „Hotelfachangestellte, Kellner oder Musikerinnen: Sie alle arbeiten nicht in Krankenhäusern, Supermärkten oder anderen ´systemrelevanten´ Einrichtungen. Aber sie alle halten ebenso ´den Laden am Laufen´, sind für unser Leben relevant. Und sie alle haben gerade jetzt unsere Solidarität verdient, wenn durch die Corona-Krise arbeitsmarktpolitische Probleme wie in einem Brennglas zu Tage treten. Die derzeit gelebte Solidarität darf nicht versiegen. Sie muss weiter reichen, sodass faire Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen und allgemeinverbindliche Tarifverträge zu einem nachhaltigen, sozialpolitischen Leitbild werden.“