Im Ausschuss für Schule und Bildung wurde heute der Antrag „Lehrpläne weiterentwickeln – Rahmenlehrpläne einführen“ (Fraktion DIE LINKE, 7/7119) angehört. Sabine Friedel, SPD-Bildungspolitikerin, führt dazu aus: 

„Lehrpläne sollen auch in Zukunft Verbindlichkeit geben, jedoch muss sich die Stofffülle drastisch reduzieren“, so Friedel. Diese Kernaussage wurde heute von allen Sachverständigen in der Anhörung geteilt.

Der renommierte Physiker Prof. Dr. Hertel stellte in der Anhörung Kernaussagen einer Schulstudie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft vor. Er warb eindringlich dafür, sich von der Illusion zu verabschieden, dass in der Schule ein gesamter Fächerkanon vermittelt werden könne. Physik in der Schule müsse vielmehr neu gedacht werden: Es gelte, große Zusammenhänge aufzuzeigen und exemplarisch zu lernen. Die Schülerinnen und Schüler sollten physikalische Phänomene entlang ihrer Interessen erkunden können, Fragen formulieren und so ein tatsächliches Verständnis erlangen, statt Zettel ausfüllen zu müssen. 

Foto: Gina Sanders | Adobe Stock

„Mit seinem Plädoyer zur Reduzierung der Stofffülle war Prof. Dr. Hertel nicht allein. Die weiteren Sachverständigen, beispielsweise aus den Bereichen der Mathematik und Physik stimmten hier zu. Diesem Plädoyer kann man sich nur anschließen. Die vollgepackten Lehrpläne führen dazu, dass Schüler nur auswendig lernen, den Stoff aber nicht verstehen können. Es ist einfach zu viel. In einer Welt, in der Fakten jederzeit verfügbar sind und recherchiert werden können, ist das Auswendiglernen überflüssig, Wir sollten in Zukunft Grundwissen und Grundverständnis sparsamer definieren. Das muss dafür aber sitzen. Auch ohne Hilfsmittel“, führt Friedel aus.

„Die mit einer Entschlackung der Lehrpläne gewonnene Zeit wird für die Schülerinnen und Schüler von großem Wert sein. Sie dient einerseits zum Verstehen und Einüben. Und andererseits zur Verbindung des Schulstoffs mit lebenspraktischen Fragen. Denn natürlich dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, dass man für das Leben lernt, nicht für die Schule. Wir brauchen deshalb eine breite (nicht tiefe) Bildung. Und das heißt: Mehr Fächerverbindung, mehr Projekte, mehr praktisches Lernen“, so Friedel abschließend.

Mehr zu unseren Reformvorschlägen im Schulbereich:

Präsentation von Prof. Ingolf-Volker Hertel: https://www.spd-fraktion-sachsen.de/wp-content/uploads/Handout-Prof.-Dr.-Ingolf-Volker-Hertel-zu-Drs‑7–7119.pdf

Friedel: Lehrpläne sollen auch in Zukunft Verbindlichkeit geben, jedoch muss die Stofffülle drastisch reduziert werden