Zu den nun bekannt gewordenen Kontakten zwischen einzelnen CDU-Abgeordneten und Pegida-Anhängern erklärt der Dresdner SPD-Vorsitzende Christian Avenarius:

avenarius_ltw2014Es ist unsäglich peinlich, beschämend und verantwortungslos, dass sich ausgerechnet CDU-Abgeordnete aus Dresden über die Warnungen ihrer Parteivorsitzenden und Bundeskanzlerin vor Pegida hinwegsetzen, um sich über Mittelsmänner bei Lutz Bachmann und der Pegida-Führung anzubiedern.

Es geht bei diesen Kontakten offensichtlich um mehr als sich den Fragen von einzelnen Bürgerinnen und Bürgern zu stellen. Hiergegen wäre nichts einzuwenden. Es geht darum, einen Teil der “Pegida – Mitläufer” salonfähig zu machen, um vielleicht sogar auf deren Wählerstimmen hoffen zu können.

Zu einem echten Dialog mit den “Pegida – Mitläufern” würde nämlich gehören, auch umgekehrt Fragen zu stellen.

Vor allem die Frage, ob sie sich über die Konsequenzen ihres Tuns im Klaren sind. Ob sie wissen, dass sie Menschen hinterhermarschieren, die keinen Deut Verantwortungsbewußtsein gegenüber der Allgemeinheit haben, sondern immer nur für alles, was ihnen nicht passt, nach Sündenböcken suchen, meistens unter Schwächeren.

Ob ihnen bewusst ist, dass sie damit Menschen unterstützen, die unser freiheitliches Gemeinwesen nicht schützen, sondern immer nur schlecht machen wollen und die sich auch einen feuchten Dreck um den guten Ruf unserer Stadt in Deutschland und Europa scheren.

Zu einem echten Dialog würde gehören, das Kreuz zu haben, die Sache des freiheitlichen und sozialen Rechtsstaates gegenüber diesen Mitläufern zu verteidigen. Denn diese Menschen haben offensichtlich jedes Gefühl dafür verloren, was wir an diesem Staat haben.

Stattdessen schwadronieren die betreffenden CDU-Mitglieder darüber, dass Pegida die “Systemfrage” stellen würde und trauern irgendwelchen “Erklärbären” nach. Es bleibt nur zu hoffen, dass sie sich damit in ihrer Partei nicht durchsetzen, sondern dass sich die Mehrheit der sächsischen CDU ihrer Verantwortung, selbst erklären und sich erklären zu müssen, bewusst bleibt.

Christian Avenarius

Vorsitzender der SPD Dresden

Beitrag als Audio-File: