Bärbel Bas tritt von ihren Ämtern als SPD-Parteivorsitzende und Bundesarbeitsministerin zurück.
Das macht mich traurig, vor allem angesichts der persönlichen Umstände, die zu dieser Entscheidung geführt haben.
Liebe Bärbel, nach einem schweren Schicksalsschlag brauchst du für dich und deine Liebsten Zeit. Dafür wünsche ich dir und deiner Familie von Herzen viel Kraft, Zusammenhalt und alles Gute.
Danke für deinen Einsatz für Beschäftigte, für soziale Gerechtigkeit und für demokratische Grundwerte.
Du hast uns und viele andere Menschen als Vorbild inspiriert. Für deine bodenständige und uneitle Art, für deine klare Kante gegen Rechts und für deine starke Stimme für alle Menschen, die jeden Tag hart kämpfen müssen, um voran zu kommen. Du hast gezeigt, dass es auch ohne akademisches Elternhaus möglich ist, in allerhöchste Staatsämter und Führungspositionen zu kommen. Dafür gebührt dir unser allerhöchster Respekt und unser Dank.
Was mich enttäuscht und wütend macht, ist der Umgang mit dir. Du hast berichtet, dass die persönlichen Angriff auf dich auch nicht aufhörten, als du dich wegen des Trauerfalls in der Familie für kurze Zeit aus der Tagespolitik zurückgezogen hast.
So geht man nicht mit Menschen um. Sachliche Kritik und harte Auseinandersetzungen gehören zur Demokratie und zum Wettbewerb zwischen demokratischen Parteien. Das Verhalten der Union überschreitet jedoch alle Grenzen des politischen und menschlichen Anstands. Politikerinnen sind keine Maschinen. In jedem Amt ist ein Mensch. Für welche Werte stehen der Bundeskanzler und sein Umfeld, für welche Werte steht die CDU überhaupt, wenn sie selbst in solchen Momenten Mitgefühl und Empathie vermissen lassen? Nächstenliebe ist es ja offensichtlich nicht. Daran ändert auch die halbherzige Äußerung von Herrn Merz nichts.
Bundesminister für Arbeit und Soziales wird nun Alexander Schweitzer. Wir kennen ihn als engagierten und sachkundigen Streiter für die Bedürfnisse der Menschen in Rheinland-Pfalz. Er übernimmt das Amt in einer schwierigen Zeit, in der es mehr denn je auf die Klarheit und Kraft der SPD in ihrem Kampf für ein besseres Leben der Menschen ankommt. Wir sind nicht dafür da, Wahlversprechen der CDU zu erfüllen, sondern dafür zu sorgen, dass es in unserem Land gerecht zugeht. Wir wünschen Alexander Schweitzer einen guten Start und viel Erfolg.
Mit Dir, Bärbel, verlieren wir die dritte Parteivorsitzende binnen sieben Jahren. Deshalg ein Appell an uns als SPD und als Gesellschaft: Wir müssen uns kritisch hinterfragen, wie wir insbesondere mit Frauen umgehen, auch in Führungspositionen. Diese Frage muss auch auf unserem Parteitag im Dezember, auf dem wir eine neue Parteispitze wählen, deutlich zur Sprache kommen. Gleichberechtigung und Parität gehören zu unseren wichtigsten Zielen, in der Gesellschaft wie in der Politik. Auch unsere Solidaritätsmechanismen gehören auf den Prüfstand.
Liebe Bärbel, danke für alles. Wir wünschen dir und deiner Familie von Herzen alles Gute.
Fotoquelle: @Pascal Skwara




Gute Nachrichten für den Dresdner Norden: Der Bund unterstützt den Ersatzneubau der Schwimmhalle in Dresden-Klotzsche mit 2,5 Millionen Euro. Wir begrüßen die Förderzusage ausdrücklich.



