GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG der wohnungspolitischen Sprecher der SPD in Dresden, Vincent Seeberger und Albrecht Pallas zur Aussage von Ex-Oberbürgermeister Ingolf Roßberg zum Verkauf der Dresdner WOBA vor 20 Jahren:
Vor 20 Jahren verkaufte die Landeshauptstadt Dresden ihrer kommunale Wohnungsgesellschaft Woba an einen US-amerikanischen Investor und wurde somit quasi über Nacht schuldenfrei. In einem Interview mit der Sächsischen Zeitung stellte der damalige Oberbürgermeister Ingolf Roßberg nun den Komplettverkauf der städtischen Wohnungen als „eindeutigen Erfolg“ dar. Dem widersprechen Vincent Seeberger, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, und Albrecht Pallas, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, vehement:
Vincent Seeberger stellt klar:
„Was Herr Roßberg als eindeutigen Erfolg darstellt, entpuppte sich spätestens in den vergangenen Jahren als das genaue Gegenteil: Mit dem WOBA-Verkauf gab die Landeshauptstadt ihren größten Hebel zur Regulierung des Mietmarktes aus der Hand. Es wurde sich Schuldenfreiheit auf dem Rücken der Dresdnerinnen und Dresdner erkauft, die heute unter den massiv gestiegenen Mieten zu leiden haben. Einen neuen Einfluss auf den Mietmarkt musste sich die Stadt teuer zurück erkaufen bzw. muss sich die WID durch Neubau erst wieder erkämpfen. Das ist aber ein Projekt für Jahrzehnte. Auch das gehört zur Wahrheit über den vermeintlich „eindeutigen Erfolg“ des WOBA-Verkaufs 2006.“
Albrecht Pallas führt aus:
„Was damals als Befreiungsschlag galt, den Herr Roßberg unbedingt durchdrücken wollte (und hat), ist für Dresden nicht erst heute zum Knebel beim dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum geworden. Zwar hat sich die Landeshauptstadt erst kürzlich die Belegrechte für 10.000 ehemalige WOBA-Wohnungen bis 2036 gesichert. Aber dass jeder dritte Miethaushalt in Dresden Anspruch auf eine Belegwohnung hat, zeigt, wie groß die Schieflage auf dem hiesigen Wohnungsmarkt geworden ist. Viele Menschen mit geringem Einkommen, Familien, Studierende, Azubis und Senior*innen finden keine bezahlbare Wohnung mehr.
Um hier gegenzusteuern, muss die Stadt alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente konsequent nutzen – vom kooperativen Baulandmodell über die Zweckentfremdung von Wohnraum durch Ferienwohnungen bis hin zum Ankauf weiterer Belegungsrechte. Denn ein wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Instrument hat Dresden vor 20 Jahren mit dem WOBA-Verkauf aus der Hand gegeben – ein zweifelhafter „Erfolg“, für den die Dresdnerinnen und Dresdner bis heute zahlen.“
Zum Hintergrund:
- Interview in der Sächsischen Zeitung: 20 Jahre Dresdner Woba-Verkauf: „Das war ganz eindeutig ein Erfolg“: https://www.saechsische.de/lokales/dresden/dresden-interview-mit-ehemaligem-ob-ingolf-rossberg-zum-woba-verkauf-GS6CER2I2BGTJEQC55LAQDHSVU.html







