Zur heute vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik Sachsen 2025 erklärt Albrecht Pallas, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag:
„Der Rückgang der allgemeinen Kriminalität auch im Langzeitvergleich ist eine gute Nachricht. Er darf uns aber nicht in falscher Sicherheit wiegen, denn insbesondere die steigende Gewaltkriminalität bleibt besorgniserregend und erfordert konzentriertes politisches Handeln für ein wirksames Agieren von Polizei und Justiz sowie der vielfältigen Präventionslandschaft.
Alarmierend ist vor allem der weiterhin hohe und deutlich gestiegene Anteil von Kindern und Jugendlichen unter den Tatverdächtigen. Hier braucht es eine konsequente Zusammenarbeit aller zuständigen Stellen sowie eine nachhaltige Stärkung der Jugendhilfe und Sozialarbeit. Das sichert den gesellschaftlichen Frieden von morgen. Überzogene politische Schnellschüsse – wie pauschale Forderungen nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts oder der Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters – helfen hingegen nicht weiter.
Besonders prekär ist auch der Anstieg sexualisierter Gewalt wie Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriffe. Auch wenn ein Teil dieser Entwicklung auf eine gestiegene Anzeigebereitschaft und eine Verschärfung des Strafrechts zurückzuführen sein dürfte, bilden die Zahlen nur die Spitze des Eisbergs. Sexualisierte und häusliche Gewalt bleiben ein eklatantes gesamtgesellschaftliches Problem. Eine Fokussierung einzelner gesellschaftlicher Gruppen greift zu kurz und wird dem Gesamtproblem häuslicher und geschlechtsbezogener Gewalt in Sachsen nicht gerecht. Deshalb hat die SPD-Fraktion dieses Thema bereits im März-Plenum im Rahmen einer aktuellen Debatte aufgegriffen und wird hier weiter Druck machen.
Der deutliche Anstieg von Betrugsdelikten, insbesondere im Internet, zeigt zudem die wachsende Herausforderung durch die Digitalisierung des Alltagslebens. Die Aufklärung solcher Taten ist häufig schwierig – gerade wenn Täter aus dem Ausland agieren. Der beste Schutz sind deshalb gut informierte und wachsame Bürgerinnen und Bürger, die betrügerische Maschen frühzeitig erkennen.
Der Rückgang bei politisch motivierter Kriminalität ist grundsätzlich positiv, liegt im Langzeitvergleich aber auf hohem Niveau. Gerade im Bereich PMK rechts und beim hohen Anteil junger Tatverdächtiger bleibt der Handlungsbedarf groß. Kürzungen bei Demokratieförderprojekten wären daher das falsche Signal.”
